Galahad der alte Tafelmann

Galahad, der alte Tafelmann

Galahad ist der Sohn von Lancelot und Genevra, der Sohn ihres Verrats an Artus und die Hoffnung der Menschen und Lichten auf Frieden.

Galahads Eltern wurden erschlagen. Merlin, der Gute, zog ihn groß – so, wie er einst Artus erzogen hatte. Im Alter von zwölf wurde Galahad, wie alle anderen Tafelmänner, verbannt. Er zog mit ihnen ins Land im Westen und auf den Zwinger des Horns, der Zuflucht der Schwester, der auf dem Kamm von Drachenleid steht. Hier wurde Galahad selbst zum Tafelmann. Mordred und Parsival waren wie ältere Brüder. Im Auftrag des Drachen wachten sie zusammen mit Merlin über die Ordnung ihrer rauen und grausamen Welt.

Jetzt ist Galahad alt. Seine hüftlangen, schlohweißen Haare wehen im Wind. Seine Augen sind eisengrau und so tief und so kalt, wie sie sein müssen. Haben sie doch das Schicksal und Leid von 1500 Jahren mit ansehen und auch verursachen müssen. Sein einstmals so fröhliches Lachen wurde in die Falten und Furchen seines Gesichts verbannt. Die Augen lassen ihn manchmal im Stich, und seine kampferprobten Hände leiden unter der Gicht.

Trotzdem kämpft Galahad weiter, und trotzdem ist er der größte noch lebende Held. Sein Schwert „Drachentod“, die Schwester Excaliburs, wird von seinen Feinden gefürchtet. Sein Helm, der auch Lancelots Helm war, versetzte selbst die Nebelsöhne in Schrecken. Und mit seinem Schild „Treuer Gefährte“ wacht der Geist seiner Mutter mit all ihrer Liebe über ihn und sein Herz.

Irgendwann kam die Stille, die Zeit nach den Kriegen und dem Morden. In ihrer Angst verbarrikadierten sich die Völker in ihren Burgen. Auch Merlin gebot den Tafelmännern im Zwinger zu bleiben, bis er zurückkehren würde. Doch seitdem sind 90 Jahre vergangen.

Wildernacht wächst und verbrennt das Land von den Ausläufern Drachenleids bis zu den Küsten. Selbst die dunklen Gerüchte, die einst im Wind wehten, sind jetzt verstummt.

Galahad bricht auf. Gegen Mordreds und Merlins Gebot verlässt er den Zwinger und riskiert den tödlichen Bann. Er lässt sich zum Narren erklären. Jeder Gauner darf ihn jetzt töten und bekommt sogar eine Belohnung dafür. Doch der Alte ist nicht allein: Ko-Kahla-Bold, das Schlawinermädchen, begleitet den Tafelmann. Zusammen suchen sie Merlin, den Guten, den Bruder des Drachen, um ihn zu fragen, warum die Welt untergeht …